Google Analytics einrichten im Google Tagmanager

Der Google Tagmanager erleichtert das Einrichten und Verwalten von Scripten auf Webseiten. Hier zeige ich dir, wie du Google Analytics im Tagmanager einrichten kannst. Dazu musst du bereits den Tagmanager auf deiner Seite installiert haben. Ich zeige im Folgenden wie ich meinen Blog mit Google Analytics vertaggt habe, daher kannst du diese Anleitung leicht nach machen, wenn du auch einen WordPress-Blog hast.

Wichtig: Ich verwende für den Google Tagmanager ein WordPress-Plugin das einige Informationen über die aktuelle Seite direkt zur Verfügung stellt. Wie du das Plugin und den Google Tagmanager installierst, steht in meiner Installationsanleitung Google Tagmanager.

Als Basis-Tracking sollen drei verschiedene Informationen an Google Analytics gesendet werden. Ein Pageview auf jeder Seite, die Scroll-Tiefe, also wie weit ein Artikel gelesen wird und wie oft auf die SocialShare-Buttons geklickt wird. Die beiden letzten Infos werden als Events an GA gesendet. Im folgenden zeige ich dir genau, wie du diese drei Infos tracken kannst.

Google Analytics Pageview einrichten

Auf jeder Seite soll ein Pageview an Google Analytics gesendet werden. Als angemeldeter Administrator sollen die eigenen Seitenaufrufe jedoch nicht mit gezählt werden. Dazu richten wir als erstes den Pageview-Tag ein. Im Tagmanager erstellen wir dazu einen neuen Tag, wählen „Google Analytics“ sowie „Universal Analytics“ aus und tragen die UA-ID ein. Der „Erfassungstyp“ bleibt auf „Seitenaufruf“ stehen.

Unter den „weiteren Einstellungen“ und „Festzulegende Felder“ lassen sich bestimmte Einstellungen vornehmen. Dort habe ich bei mir „anonymizeIp“ auf „true“ gesetzt. Das bedeutet, dass die IP-Adresse der User anonymisiert wird. Außerdem habe ich noch den Wert „siteSpeedSampleRate“ auf „20“ gesetzt. Das bedeutet, dass bei 20% der Pageviews eine Messung der Ladezeit statt findet. Standardmäßig ist dieser Wert sonst auf 1% gesetzt. Gerade zum Beginn meines Blogs wo ich noch viel versuche an dem System zu verbessern und recht wenig Besucher habe, brauche ich hier einen höheren Wert.

Das GA-Pageview-Tag sieht dann bisher in etwa so aus:

Google Analytics Tag im Tagmanager

Nun soll der Pageview aber nicht bei Administratoren ausgelöst werden. Durch das GTM-Plugin aus der Installationsanleitung stehen im DataLayer bereits einige wichtige Informationen bereit. Unter anderem:

visitorType: "administrator"

Um darauf im GTM zugreifen zu können, muss eine neue Variable angelegt werden. Dazu einfach im GTM eine neue Variable anlegen, Namen vergeben, „Datenschichtvariable“ auswählen, „visitorType“ als Namen der Datenschichtvariablen eintragen und speichern. Das war es schon.

GTM-Variable anlegen

Dann muss ein neuer Trigger erstellt werden. Dazu unter „Trigger“ einen neuen Trigger erstellen, einen passenden Namen eintragen und „Seitenaufruf“ auswählen. Der „Triggertyp“ bleibt „Seitenaufruf“. In dem Dropdown-Menu darunter ist nun die eben angelegte Variable „visitorType“ zu finden. Daneben wählen wir „ist gleich“ und tragen in das dritte Feld „administrator“ ein.

GTM Trigger anlegen

Abschließend öffnen wir wieder den ursprünglichen „GA Pageview“-Tag und fügen ganz unten bei „Auslösen bei“ als Ausnahme („Ausnahme erstellen“) den gerade angelegten Trigger „visitorType Administrator“ hinzu. Die Pageview wird nun auf jeder Seite ausgelöst, außer der aktuelle Nutzer ist ein Administrator (Entsprechende Rolle aus WordPress).

GTM Ausnahme Regel

Leseverhalten als GA-Events tracken

Das Google Tagmanager-Plugin für WordPress kann auch drei interessante Zahlen ins DataLayer schreiben, welche dann als Events an Google Analytics gesendet werden können. Das wären:

  • Start des Scrollens
  • Erreichen vom Ende des Contents
  • Erreichen vom Ende der Seite

In Verbindung mit dem Artikelnamen kann man dann direkt in Google Analytics auswerten, welche Artikel besonders häufig vollständig gelesen werden und welche nur kurz angelesen und dann abgebrochen werden. Mit diesen Informationen lässt versuchen die Qualität der Artikel zu verbessern und besser zu verstehen, was die Leser am meisten Interessiert.

Damit direkt in dem Events-Bericht möglichst alle Daten vorliegen, sende ich noch ein viertes Event: Pageview. Natürlich gibt es bereits den richtigen Pageview. Durch ein zusätzliches Event auf Pageview-Basis, entsteht direkt in Event-Bericht ein Funnel, der vier Events, bei denen die Zahlen immer kleiner werden.

Als erstes wird der Wert „pagePostType2“ aus dem DataLayer als Variable im GTM benötigt. Diese ist ganz schnell eingerichtet:

Im GTM die Variable pagePostType2 anlegen

Außerdem sollte direkt noch die Variable „pageTitle“ angelegt werden. Damit können die Events später in Google Analytics auf Artikel-Basis ausgewertet und die einzelnen Artikel gegeneinander verglichen werden.

Die vier einzelnen Events sollen ausgeführt werden, wenn auch im DataLayer bestimmte Events auftauchen. Die vier Events im DataLayer sind bezeichnet mit:

gtm4wp.reading.articleLoaded
gtm4wp.reading.startReading
gtm4wp.reading.contentBottom
gtm4wp.reading.pagebottom

Dazu gibt es noch das fünfte Event „gtm4wp.reading.readerType“. Bei diesem soll der Trigger, den wir nun anlegen, jedoch nicht auslösen. Der Trigger muss daher mit einem RegEx-Ausdruck angelegt werden. Den Haken „Übereinstimmung mit regulärem Ausdruck verwenden“ anklicken und als Ereignisname folgendes eintragen:

gtm4wp\.reading\.(articleLoaded|startReading|contentBottom|pagebottom)

Außerdem muss noch als weiterer Filter „pagePostType2“ auf „ist gleich“ „single-post“ gesetzt werden und „visitorType“ „ist nicht gleich“ „administrator“.

Dann sollte das etwa so aussehen:

GTM Trigger scrollDepth mit RegEx

Der Trigger löst nun immer dann aus, wenn die aktuelle Seite ein einzelner Blogartikel ist, eins der vier Events eintritt und der Besucher kein Administrator ist.

Nun muss noch der dazugehörige Tag angelegt werden. Wie bereits bei dem Pageview-Tag von oben „Google Analytics“ sowie „Universal Analytics“ auswählen die UA-ID eintragen. Der „Erfassungstyp“ ist jetzt jedoch „Ereignis“. Also „Kategorie“ kann irgendwas eingetragen werden. Das ist nur, um später in GA die Events wieder zu finden. Ich nutze „ScrollDepth“.

Als „Aktion“ muss „{{Event}}“ und als „Label“ „{{pageTitle}}“ eingetragen werden. Dabei sind die doppelten geschweiften Klammern wichtig. Diese kennzeichnen Variablen im GTM. „{{Event}}“ ist eine vom GTM vordefinierte Variable und „{{pageTitle}}“ wurde eben von uns angelegt.

Als Auslöseregel wird nun der eben erstellte Trigger ausgewählt.

GTM Tag scrollDepth anlegen

Klicks auf Social-Share-Buttons erfassen

Mich interessiert, wie oft auf die Share-Buttons unter meinen Artikeln geklickt wird. Zwar entspricht diese Zahl dann nicht zwangsläufig auf den tatsächlichen Social-Shares, da nach dem Klick vermutlich viele Nutzer den Artikel dann doch nicht teilen, aber die Zahl ist ein guter Richtwert und würde mir direkt in Google Analytics zur Auswertung zur Verfügung stehen. Das ist sehr praktisch.

Auch diese Klicks werden wieder als Events über den GTM an GA gesendet. Der Google Tagmanager bietet bereits integriert eine Möglichkeit alle Kicks als Events ins DataLayer zu pushen. Darauf können dann Trigger reagieren und ein Event an Google Analytics senden.

Als erstes müssen die Klicks als Standard-Variablen aktiviert werden. Dazu einfach im GTM im Bereich der Variablen die sechs Haken in dem türkisen Feld „Klicks“ setzen.

Standard-Variablen im GTM aktivieren

Anschließend muss wieder als erstes der Trigger erstellt werden, der auf die Klicks reagieren soll. Ereignis-Typ ist dabei „Klick“ und als „Ziele“ sollte „Links“ ausgewählt werden. Alternativ werden alle Klicks des Nutzers ins DataLayer geschrieben. Und wir wollen ja nicht übertreiben 😀

Klicks sollen nur auf meinen Blogartikeln getracked werden. Daher „aktiveren bei“ „pagePostType2“ ist gleich „single-post“. Das ist die selbe Variable von oben und daher nichts Neues. Als Auslösebedingungen definiere ich nun „Click Classes“ soll „share_item_social“ enthalten. Das eine der CSS-Klassen, die meine (bei dir kann das anders sein!) Social-Share-Buttons haben. Außerdem kommt noch die Regel für den Admin dazu, sodass Administratoren wieder nicht mit getracked werden.

GTM Trigger für SocialShare Klicks

Anschließend wird für jeden Klick ein neues Objekt ins DataLayer gepushed. Dort sind alle wichtigen Infos zu dem Klick enthalten. Bei mir sieht das ganze dann in etwa so aus:

Klicks im DataLayer erkennen

Abschließend muss nun noch der Tag erstellt werden, welcher das Event an Google Analytics sendet. Dazu kann ein neue Tag erstell oder einfach das letzte Tag kopiert werden. Es muss für das Event wieder eine Kategorie vergeben werden, unter der man später in GA die Events wieder findet. Als Aktion übertrage ich einfach nur alle CSS-Klassen des Links. Bei meinen Share-Buttons reicht das aus, um die einzelnen Social-Media Portale von einander unterscheiden zu können. Außerdem übertrage ich wieder als Label den aktuellen PageTitel, um jeden Beitrag einzeln auswerten zu können. Und dann sieht das ganze ungefähr so aus:

GTM Tag für Events auf SocialShare Klicks

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