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Google Analytics Adblocker-sicher machen

Adblocker sollen den Nutzer vor Werbung „schützen“. Und bei den Bemühungen diverser Webportalen die Werbeeinnahmen immer weiter zu steigern indem mehr Werbung eingeblendet wird, ist es nicht verwunderlich, dass die Zahl der Adblocker-Nutzer seit Jahren stetig steigt. Für Webseiten-Betreiber entsteht dabei natürlich genau der gegenteilige Effekt: die Werbeeinnahmen sinken. Neben Werbung werden aber häufig auch Analyse-Tools geblockt. Dies lässt sich teilweise aber umgehen. Und wie man Google Analytics so umbaut, dass Adblocker GA nicht mehr blockieren, zeige ich dir hier.

Welchen Effekt haben Adblocker?

Unsere Lieblingszeitung mit den bunten Bildern blockiert mittlerweile Besucher mit aktivem Adblocker und fordert zum deaktivieren auf. Natürlich brauchen solche kostenlosen Medien Werbeeinnahmen um die Kosten zu decken. Das ist klar. Aber ist es notwendig, dass eine große beliebte Tec-Website 61 Tracker ausspielt?

Bei Diskussionen rund um Adblocker landet man natürlich sehr leicht bei solchen Extremen. Die restlichen 99,9% der Webseiten im Netz werden aber ebenfalls von aktiven Adblockern benachteiligt.

Nun betrachten wir aber mal nicht die Werbung selbst, sondern die Tracking-Software, die ebenfalls oftmals durch Adblocker blockiert wird. Tracking-Software, wie Google Analytics, Piwik, Web Trekk & Co. liefern Webseitenbetreibern wertvolle und notwendige Insights über das Verhalten der Masse auf der Webseite.

Beachten wir dabei dann noch den deutschen Datenschutz, welcher weltweit einzigartig ist, dürfen in solchen Tracking-Tools im Grunde keinen Daten gespeichert werden, die auf eine einzelne ganz bestimmte identifizierbare Person zurückzuführen sind. Es geht also immer um das Verhalten der Masse. Nicht um das Verhalten eines einzelnen Individuums.

Wenn diese Daten Webseitenbetreibern fehlen, können Marketing-Kanäle nicht mehr richtig gesteuert und die eigene Webseite nicht optimiert werden.

Was ist ein Adblocker eigentlich?

Adblocker sind kleine Plugins/Tools/Extensions, die meist über den Browser (Chrome, Firefox etc.) installiert werden. Da die Software auf dem Gerät des Benutzers installiert ist, hat der Webseitenbetreiben keinen Einfluss darauf. Der Adblocker im Browser hingegen hat vollen Zugriff auf alle (!) Webseiten, die angezeigt werden. Ich selbst nutze übrigens „Ghostery„. Ghostery zeigt mir auf jeder Seite alle geladenen Tracker an und ich kann jeden Tracker einzeln blockieren. So blocke ich einige wenige sehr nervige und performance-lastige Adserver.

Google Analytics Adblocker-sicher machen

Es gibt die Möglichkeit, dass Google Analytics nicht mehr von Adblockern erkannt wird. (Ergebnis kann je nach Adblocker abweichen. Auch Updates können Adblocker besser im Erkennen machen!) Dazu müuss allerdings ein wenig am Tracker gebastelt werden und noch ein PHP-Script zur Hilfe genommen werden.

Hinweis: Diesen Umbau solltest du nur vornehmen, wenn du verstehst, was hier gemacht wird und welchen Einfluss das hat.

Eine andere Möglichkeit als den Tracker umzubauen wäre es übrigens noch Google Analytics serverseitig zu tracken.

Adblocker erkennen die unterschiedlichen Tracker in der Regel an dem geladenen Javascript oder den rausgehenden Requests. Bei Google Analytics wird z.B. immer diese JavaScript-Datei geladen

http://www.google-analytics.com/analytics.js

und alle Requests werden an die folgende Adresse gesendet:

http://www.google-analytics.com/collect

Hierbei kann also ein Adblocker anhand der rausgehenden Requests sehr leicht Google Analytics erkennen.

Und genau dieser Teil muss nun verändert werden.

analytics.js lokal speichern und anpassen

Die analytisc.js ist eine statische Javascript-Datei mit den Grundfunktionen für Google Analytics. Da sich der Inhalt nicht, bzw. nur sehr selten ändert, laden wir diese herunter und speichern sie auf unserem Webserver mit ab, z.B. hier:

http://www.example.com/js/analytics.js

In der Datei muss nun die Request-URL angepasst werden. Und zwar in Zeile 4 und 2x in Zeile 16 kommt die Domain www.google-analytics.com. Diese Domain ersetzen wir mit der eigenen Domain, z.B. www.example.com.

In Zeile 16 beides Mal hinter der Domain noch /collect. Dort hängen wir jeweils noch ein .php dran. Über dieses PHP-Script werden gleich die Requests umgeleitet werden.

Ausgehenden Request umleiten und modifizieren

Nun legen wir eine neue PHP-Datei unter folgendem Pfad an:

http://www.example.com/collect.php

Diese empfängt nun die GA-Requests und sendet diese direkt weiter an Google Analytics. Das geschieht mit den folgenden paar PHP-Codezeilen:

$ch = curl_init();
curl_setopt($ch, CURLOPT_URL, "http://www.google-analytics.com/collect?".$_SERVER['QUERY_STRING']);
curl_setopt($ch, CURLOPT_HEADER, 0);
curl_exec($ch);
curl_close($ch);

Tracking-Code anpassen

Als letztes muss der Tracking-Code geändert werden, mit dem Google Analytics in die eigene Webseite eingebunden ist. Dieser sieht wie folgt aus. Es muss die Domain der analytics.js in der Zeile 4 auf die obige geändert werden.

  (function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){
  (i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o),
  m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m)
  })(window,document,'script','//www.example.com/js/analytics.js','ga');
  ga('create', 'UA-XXXXX-1', 'auto');
  ga('send', 'pageview');

Fazit

Durch diese Änderungen wird nun also die statische analytics.js von der eigenen Domain geladen und alle Requests werden auf ein eigenes PHP-Script umgeleitet. Dieses sendet die Requests sofort unverändert serverseitig an Google Analytics weiter. Ein Adblocker sollte GA nun nicht mehr erkennen.

Wenn du testen willst, wie viele deiner Besucher einen Adblocker installiert haben, kannst du auch einfach zusätzlich zu der normalen Integration von GA diese angepasste Integration in deine Webseite einbauen. Die Daten laufen dabei jeweils in eigene Properties oder Konten. Dann kannst du die Zahlen jeweils später vergleichen und die Unterschiede berechnen.

Freelancer. Blogger. Affiliate. Und auf Weltreise.

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