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Conversions optimieren mit benutzerspezifischen Inhalten

Große Ad-Server sind in der Lage Werbeanzeigen auf die Interessen der Nutzer auszurichten. Das funktioniert mal mehr und mal weniger gut. Erfordert außerdem einen unglaublichen technischen Aufwand. Aber geht das nicht auch einfacher? Wäre es nicht super, wenn kleine Webseiten z.B. mit WordPress auch Inhalte nach dem Interesse Ihrer Leser aussteuern könnten? Denn selbst Nischenwebseiten haben unterschiedliche Zielgruppen, die unterschiedlich mit Werbung oder Empfehlungen angesprochen werden wollen. Ich hab eine Handvoll PHP-Codezeilen geschrieben, mit denen du genau das umsetzen kannst.

Themenrelevante Inhalte anzeigen

Eine meiner Affiliate-Nischenseiten beschäftigt sich mit dem Thema Fremdsprachen. Die Leser, die auf meine Seite kommen haben dabei immer ein ähnliches Interesse: eine Fremdsprache lernen. Aber die Sprache unterscheidet sich eben bei allen Lesern. Jeder möchte eine andere Sprache lernen. Und da ich Inhalte zu 17 Sprachen anbiete, kann ich entweder nur sehr allgemeine Inhalte dem User einblenden oder ich muss damit leben, dass viele Nutzer Inhalte zu einer falschen Sprache angezeigt bekommen.

Um die Conversions zu optimieren, habe ich mir ein simples System überlegt, wie ich die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, dem Nutzer die Richtigen Inhalte anzuzeigen. Dabei geht es meist um Werbebanner oder weiterführende Inhalte.

Einige der Unterseiten, jedoch nicht alle, beschäftigen sich konkret mit einer Sprache. Wenn ein Nutzer diese Seite ließt, kann ich davon ausgehen, dass dieser Interesse an der Sprache hat. So weit die Theorie.

Technisch betrachtet speichere ich diese Information dann in einem Cookie ab und kann darauf auf anderen Seiten wieder zugreifen um unterschiedliche Inhalte einzublenden.

Aus Nutzerinteresse Content-Segmente bilden

Das Nutzerinteresse stellt für mich ein Content-Segment dar. Ein Segment, nach dem ich später Inhalte ausspielen kann. Bei mir definiere ich als Content-Segment die jeweilige Sprache, also Englisch, Spanisch, Französisch etc..

Andere Möglichkeiten Content-Segmente zu bilden wäre

  • Männer / Frauen
  • Anfänger / Fortgeschrittene / Experten
  • Leser bestimmter Blog-Kategorien
  • Leser, die bereits die Verkaufsseite gesehen haben

Theoretisch könnte man damit auch Lesern, welche sich bereits für den Newsletter eingetragen haben, nicht mehr die Newsletter-Formulare anzeigen. Statt dessen vielleicht direkt ein Up-Selling? 😉 eBook für 19,90€ oder sowas..

Wenn du WordPress benutzt..

Eins vorweg. Das ganze funktioniert natürlich auch mit WordPress. Auch ich verwende dieses System mit WordPress. Da es sich hierbei jedoch um reinen PHP-Code und nicht um ein Plugin handelt, ist noch ein anderes Plugin erforderlich.

WordPress kann von Haus aus keinen PHP-Code in Artikeln, Widgets oder Kommentaren ausspielen. Erst ein Plugin ermöglicht dies. Dafür gibt es unterschiedliche Plugins. Ich benutze immer WP exec PHP.

Sobald das Plugin installiert und aktiviert ist, kann man einfach in beliebigen Artikeln oder Widgets PHP-Code einbauen. Und genau das brauchen wir hier.

So baust du das System nach

Das System besteht aus zwei Teilen. Dem Speichern des Content-Segments (=Nutzerinteresse) und dem abrufen sowie darstellen unterschiedlicher Inhalte.

Nutzerinteresse speichern

Auf Unterseiten, bei denen es um ein spezielles Thema geht, baust du in den Artikel die folgenden Zeilen PHP-Code ein:

<?php $GLOBALS['content'] = 'HIER CONTENT EINTRAGEN';
setcookie('lang', $GLOBALS['content'], time()+63072000, '/'); ?>

Dabei ersetzt du noch ‚HIER CONTENT EINTRAGEN‘ mit einem passenden Namen für dein Content-Segment. Die einfachen Anführungsstriche müssen unbedingt erhalten bleiben.

Diese beiden Code-Zeilen schreiben den Namen des Content-Segments in eine globale Variable in PHP. Damit kann die Information auch sofort auf der selben Seite verwendet werden. Die 2. Zeile schreibt diese Information dann noch in einen Cookie, der 2 Jahre gültig ist. Das ist die maximale Gültigkeit von Cookies.

Nutzerinteresse abrufen

Um später das Content-Segment des einzelnen Users wieder abzurufen, braucht wir den folgenden Code-Schnipsel. Je nach Content-Segment kann dabei ein anderer Inhalt ausgespielt werden.

Kreativer Weise habe ich hier im Beispiel die beiden Content-Segmente jeweils „eins“ und „zwei“ genannt. Der letzte Teil der if-Abfrage gibt den Inhalt aus, der bei allen anderen Content-Segmenten ausgespielt werden soll. Das schließt auch den Fall ein, wenn der Nutzer noch gar kein Content-Segment in seinem Cookie hat.

<?php 
// Dont touch the next line
if(!isset($GLOBALS['content'])) {$GLOBALS['content'] = $_COOKIE['content'];}

// Content-Segmente

if($GLOBALS['content'] == 'eins')
{
    ?>
    <!-- normaler HTML Code -->
    <?php
}

elseif($GLOBALS['content'] == 'zwei')
{
    // und PHP-Code hier
}

// Standard Ausgabe
else
{
    // was immer angezeigt werden soll
}
?>

Beispiel-Anwendung

In meinem Beispiel von oben habe ich also die Seiten, welche sich mit einer bestimmten Sprache beschäftigen mit dem ersten Code-Snippet versehen. Das sieht in WordPress dann etwa so aus:
Content-Segmente erstellen
(Ich habe lediglich noch einen anderen Variablen-Namen! Statt „content“ habe ich „lang“. Das ändert am Script aber nichts..)

In der Sidebar werden Buchempfehlungen mit Links zu Amazon angezeigt. Je nach dem, in welchem Content-Segment (bei mir ist das die Sprache) der Nutzer ist, kann ich entsprechend Bücher dieser Sprache empfehlen. Der PHP-Code in dem Widget ist das zweite Snippet von oben und sieht dann bei mir so aus:
Content-Segment auswählen und Inhalte darstellen

Fazit

Mit diesem System kannst du deine Conversionrate steigern, da Benutzern besser passende Inhalte angezeigt werden können. Einfach anzuwenden, selbst mit WordPress.

Probiere es selbst mal aus und schreibe mir deine Erfahrungen in die Kommentare!

Hinweis zu SEO – Cloaking

Mit dieser Technik sollten nur einzelne Elemente einer Seite an den User angepasst werden, niemals aber die gesamte Seite oder ein großer, wesentlicher Teil davon. Dies entspricht ansonsten Cloaking (Was ist Cloaking?), was von Suchmaschinen bestraft werden kann.

Hinweis zur Datensicherung / Backup

Backups sind immer eine gute Sache. Egal ob oder was man an seiner Seite verändert. Und so wäre es auch hier angebracht, eine aktuelle Datensicherung zu haben, bevor du anfängst mit PHP in WordPress rumzupfuschen 😉

Freelancer. Blogger. Affiliate. Und auf Weltreise.

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