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Content Marketing ohne eigenen Content betreiben

Content Marketing ist ja der aktuelle Trend. Also mit Inhalten auf Webseiten Marketing zu betreiben. Das Problem daran ist, das die Content Produktion aufwendig und teuer ist. Geht das also nicht auch anders? Insbesondere, wenn man gerade erst anfängt Marketing Channels aufzubauen? In diesem Artikel lernst du, wie du Content Marketing machen kannst, ohne selbst Content zu haben.

Zielstellung

Auf die hier beschriebene Art Marketing zu betreiben, soll folgende Punkte erfüllen:

  1. Kein eigener Content notwendig
  2. Twitter/Facebook Follower sammeln
  3. Retargeting-Pixel bei Lesern ausführen

Gerade für ganz neue Projekte ist das eine gute Möglichkeit die ersten Follower und Nutzer in Remarketing-Listen zu bekommen, ohne eigenen Content zu haben. Nicht einmal eine eigene Webseite ist nötig.

Aber auch später kann dann fremder Content genutzt werden um weiterhin Reichweite aufzubauen und Remarketing-Listen zu füllen.

Die Umsetzung

Content

Als Content benutzen wir einfach Inhalte, die von anderen Webseiten und Blogs bereits veröffentlicht wurden. Es werden also fremde Inhalte beworben.

Dazu eigenen sich am besten Blogs und Webseiten mit regelmäßig neuen Inhalten, die genau den Interessen der eigenen Zielgruppe entsprechen. Es sollte allerdings nicht die direkte Konkurrenz beworben werden.

Retargeting

Der eigentliche Kniff der ganzen Sache besteht darin, allen Lesern der fremden Inhalte einen Retargeting-Cookie zu verpassen. Damit kann man später für eigene Produkte oder Dienstleistungen Werbekampagnen auf eine bereits vorselektierte Zielgruppe ausrichten.

Damit der Retargeting-Pixel ausgelöst werden kann, muss der Nutzer einmal über einen eigenen Server umgeleitet werden. Wie das technisch genau funktioniert zeige ich dir später.

Twitter und Facebook Follower bekommen

Durch das publizieren der Tweets und Updates bei Facebook mit den fremden Inhalten werden im Laufe der Zeit Interessenten darauf aufmerksam und folgen oder liken ggf. dann deine Seite.

So lässt sich die Reichweite in den sozialen Medien steigern ohne tatsächlich eigenen Content zu erstellen.

Technische Umsetzung: Retargeting

Ein Retargeting-Pixel besteht i.d.R. aus einem kleinen Stück JavaScript. Und genau das muss in dem Browser des Users ausgeführt werden, bevor dieser weiter zu dem tatsächlichen Inhalt geleitet wird.

Dazu werden die User einmal über einen eigenen Server geleitet, wo die folgende HTML-Datei ausgeführt wird. Diese enthält die Retargeting-Pixel und leitet den Nutzer dann weiter zu dem eigentlichen Inhalt.

<?php
	if(preg_match("/google|bot/i", $_SERVER['HTTP_USER_AGENT']))
	{
		header("HTTP/1.1 302 Found (Moved Temporarily)");
		header("Location: ".$_GET['to']);
		exit();
	}
?><html>
<head>



<script type="text/javascript">
function redirect()
{
    window.location.replace(window.location.search.match('to=([^&]*)')[1]);
}
</script>

</head>
<body onLoad="setTimeout('redirect()', 300)">

<div style="text-align: center; font-family: Arial">If you are not redirected,<br />please click here: <a id="link" href="#"></a></div>

<script type="text/javascript">
document.getElementById('link').href = window.location.search.match('to=([^&]*)')[1];
document.getElementById('link').innerHTML = window.location.search.match('to=([^&]*)')[1];
</script>

</body>
</html>

Der Nutzer wird nach 300 Millisekunden weitergeleitet. Das reicht in den allermeisten Fällen, dass der Retargeting-Pixel ausgelöst wird, gleichzeitig die Verzögerung aber kaum zu spüren ist.

Sollte es Probleme mit dem Browser bei der Weiterleitung geben, wird zusätzlich noch der Link angezeigt, sodass der Nutzer selbst darauf klicken könnte. Dies wird jedoch kaum zum Einsatz kommen und ist nur eine Backup-Lösung.

Im oberen Bereich des Codes können Retargeting-Pixel eingefügt werden. Diese werden dann vor der Weiterleitunge noch ausgelöst.

Diese Datei muss irgendwo auf einem Webspace hinterlegt werden. Anschließend kann mit dem GET-Parameter to= die Redirect-URL angegeben werden.

Liegt die Datei also z.B. hier:

http://www.example.com/redirect.html

Dann kann ein Redirect einfach so erstellt werden:

http://www.example.com/redirect.html?to=http://www.google.de

Damit Bots direkt weiter geleitet werden, muss innerhalb der HTML-Datei ein kleines Stück PHP-Code ausgeführt werden. Damit der Webserver das macht, muss die folgende Zeile in die .htaccess-Datei eingefügt werden.

AddType application/x-httpd-php php php4 php3 html htm

Zum Beispiel der Twitter-Bot wird dann direkt weitergeleitet und kann damit die OG-Daten für Vorschaubilder etc. direkt von der Zielseite laden.

Statistiken in Google Analytics

Die Standard-Pixel von Adwords, Facebook und Twitter sind schnell eingebaut. Damit lassen sich schon mal gute Retargeting-Listen aufbauen.

Um nun aber auch noch einige Statistiken zu bekommen, kann man zusätzlich zu den Remarketing-Pixeln noch einen Google Analytics Tracking-Code einbauen. Damit erhält man Zugriff auf Klickstatistiken.

Um diese Aufrufe von anderen Webseiten-Aufrufen zu trennen sollte eine neue Property angelegt werden.

In Google Analytics lassen sich dann Klicks unter Verhalten -> Website-Content -> Alle Seiten auswerten. Bei den Zahlen machen dann allerdings nur die Seitenaufrufe Sinn, da das tatsächliche Session-Verhalten ja nicht gemessen werden kann.

Die Redirects können in Google Analytics in den Berichten ausgewertet werden.
Die Redirects können in Google Analytics in den Berichten ausgewertet werden.

Zusaätzlich lässt sich hier auch noch als 2. Dimension die „Standard Channelgroupierung“ anzeigen. Auch andere Dimensionen verraten mehr über die tatsächlichen Klicks, z.B. „Soziales Netzwerk“, „Land“ oder ähnliches.

Auch die Channel Groupierung hier ist abrufbar.
Auch die Channel Groupierung hier ist abrufbar.

Alternativen

Im Internet gibt es natürlich bereits Tools, die genau das können. Genau so kam ich tatsächlich auch auf die Idee das selbst zu bauen.

Diese Tools kosten dann jedoch zwischen 9€ und 79$ pro Monat. Dafür gibt es dann zwar noch hübsche bunte Grafiken, aber für mich persönlich reicht Google Analytics völlig aus. Und dann lieber ganz kostenlos :)

Dennoch möchte ich hier kurz die beiden Tools erwähnen, die ein ähnliches Feature ermöglichen. Dann kannst du selbst entscheiden, was dir lieber ist.

Routr.io Alternative

routr.io Alternative Routr.io ist eine gute Alternative, wenn du selbst nichts mit dem Code von oben anfangen kannst. Übersichtliche Statistiken zeigen das Klickverhalten an. Bis zu 10.000 Klicks gibt es für 9€ pro Monat.

Snip.ly Alternative

sniply Alternative Snip.ly bietet erst in dem 79$ Paket (max. 20.000 Klicks) die Möglichkeit für Retargeting-Pixel an. Sniply funktioniert jedoch etwas anders, als meine eigene Lösung oder Routr.io. Bei Sniply werden die Inhalte in einem iFrame geladen und ein kleiner Layer kann mit einem Link sowie etwas Text gefüllt werden. So kann Lesern auf der Seite eines Dritte im Grunde noch eine Message mitgegeben werden.

Fazit

Diese Technik kann insbesondere für neue Unternehmen interessant sein, die selbst noch keinen oder nicht viel Content bieten. So kann eine Retargeting-Liste erstellt werden mit interessierten Nutzern.

Kombiniert man diese Technik mit automatisierungen von Buffer und Zapier lässt sich gutes automatisiertes Marketing daraus erstellen.

Disclaimer

Die hier beschriebene Marketing-Variante ist nur ein Vorschlag. Für die Umsetzung bist du ganz alleine Verantwortlich 😉 Retargeting-Pixel können je nach rechtlicher Lage unterschiedliche Anforderungen mit sich bringen, die du einhalten musst. Auch für die technische Umsetzung bist du selbst verantwortlich. Das Script ist sicherlich verbesserungsfähig und stellt daher eher nur einen Ansatz zur Umsetzung dar.

Freelancer. Blogger. Affiliate. Und auf Weltreise.

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