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CDN: Schnellere Ladezeit und weniger Serverlast

Ein Content Delivery Network (kurz CDN) senkt die Ladezeit und reduziert Anfragen an den Webserver. Es lässt sich schnell einrichten und kostet meist nicht sehr viel. Alles was du über CDN-Systeme wissen musst, ließt du in diesem Artikel.

Was bedeutet CDN?

CDN bedeutet Content Delivery Network.

Was ist ein CDN?

Es ist im Grunde genau das, was der Name sagt: Ein Netzwerk, das Inhalte ausliefert.

Gut. Inhalte liefert auch ein normaler Webserver aus.

Bei einem CDN geht es viel mehr darum, dass Inhalte schnell ausgeliefert werden. Schneller als ein normaler Webserver dies tun würde.

CDNs sind ein Netzwerk aus Servern, die darauf optimiert sind, statische Inhalte wie Bilder, Downloads, JavaScript- und CSS-Datein und auch Videos auf dem schnellsten Weg an den Nutzer auszuliefern.

Wie funktioniert ein CDN?

Ein CDN besteht aus vielen einzelnen Servern und vor allem Server-Standorten verteilt auf der ganzen Welt.

Anfragen an das Netzwerk werden dann so umgeleitet, dass immer der Serverstandort antwortet, der dem Nutzer die Datei am schnellsten liefern kann. Das ist meist der geografisch nächst gelegene.

Wird die Datei von diesem Standort das erste Mal abgerufen, so wird sie zuerst vom original Server heruntergeladen, gecached und dann an den Nutzer ausgeliefert. Weitere Anfragen erfolgen dann direkt aus dem lokalen Cache des CDN-Standortes.

Muss eine Datei eine sehr weite Strecke um den Globus zurück legen, kann das schnell 2-4 Sekunden dauern. Das soll durch die Verteilung der Dateien verhindert werden.

Durch die Nutzung eines CDNs entstehen zwei Vorteile.

  • Schnellere Auslieferung von statischen Inhalten an den Nutzer und somit eine schnellere Ladezeit der Webseite
  • Weniger Anfragen, die direkt an den eigenen Webserver gestellt werden. Dadurch kann die Leistung reduziert, bzw. bei gleicher Leistung können mehr Nutzer bedient werden.

Insbesondere Letzterer ist ganz praktisch. Denn ein CDN lässt sich wesentlich einfacher einrichten, als eine Webseite auf womöglich ein Cluster von Webservern erweitern. Ein CDN wäre hierbei auch wesentlich günstiger.

Wie richte ich ein CDN ein?

Das Einrichten eines CDNs geht meist recht schnell und ist nicht sehr aufwendig. Und so gehts:

  1. CDN-Account anlegen:
    Such dir einen CDN-Anbieter aus. Weiter unten stelle ich dir 3 Anbieter vor. Dort musst du einen Account anlegen. Wenn der Account eingerichtet ist, bekommst du von dem Anbieter auch direkt einen funktionierenden Hostnamen, z.B. bei KeyCDN cdn-44b9.kxcdn.com.
  2. Statische Inhalte umleiten:
    Nun müssen alle statischen Inhalte (CSS, JavaScript, Bilder, etc.) über den neuen Hostnamen geladen werden. Das hängt nun ganz davon ab, wie die eigene Webseite gebaut ist. Für WordPress gibt es Plugins, die alle statischen Inhalte entsprechend umleiten können, z.B. CDN Enabler.

3 CDN Anbieter im Überblick

Drei bekannte Anbieter habe ich hier mal rausgesucht. Mein Favorit dabei ist KeyCDN.

Amazon AWS Cloudfront

Amazon Cloudfront ist vermutlich inzwischen das bekannteste CDN. Wenn man bereits AWS Kunde ist, ist die Einrichtung sehr leicht.

Die Kosten allerdings sind recht üppig. Neben 0,085 USD pro GB in Europa und den USA fallen zusätzlich auch noch Kosten für je 10.000 Requests in Höhe von 0,009 USD für Europa oder 0,0075 für die USA an. Diese zusätzlichen Gebühren lassen die Kosten schnell in die Höhe schnellen.

Mit weltweit 55 Standorten ist das Netzwerk weit verbreitet und gut angebunden. Mehr über die Amazon AWS Standorte gibt es hier zu lesen:
https://aws.amazon.com/de/about-aws/global-infrastructure/

Die Amazon Clouddienste haben einen guten Rufe und laufen sehr stabil. Die Einrichtungen ist einfach. Der Preis für das CDN lässt mich jedoch zögern.

Leider bietet die Amazon Cloudfront auch keine Statistiken über die Nutzung der Daten an.

KeyCDN

KeyCDN ist ein CDN-Anbieter aus der Schweiz. Mit 25 Standorten (6 weitere geplant) ist es kleiner als Amazon. Die Webseite ist leider wenig informativ und das Kundenmenu mit den Statistiken wirkt sehr spärlich. Aber immerhin gibt es Statistiken zur Nutzung. Das gibt es bei Amazon nicht.

Der Preis ist hierbei schon wieder so klein, dass ich fast schon wieder an der Qualität zweifle. Pro GB werden hier nur 0,04 USD fällig. Das ist nicht nur die Hälfte von Amazon, sondern es gibt auch keine weiteren kosten. Damit ist KeyCDN Preiskönig in dieser Liste.

Vor wenigen Tagen habe ich für eins meiner Projekte bei KeyCDN mal einen Account angelegt und lasse die Daten nun über deren CDN verteilen. Ggf. werde ich darüber in einem weiteren Artikel meine Erfahrungen mit KeyCDN noch mal veröffentlichen.

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Standorte von KeyCDN
Standorte von KeyCDN. Bild: KeyCDN

CDN77

Als Dritten Anbieter in dieser kleinen CDN-Liste will ich noch CDN77 erwähnen.

32 Datenzentren in 23 Ländern bieten hier schnelle Datenauslieferung. Die Preise liegen bei 49 USD pro TB in Europa und den USA. Asien ist teurer. Konkurriert damit preislich mit KeyCDN und ist auf jeden Fall ebenfalls einen Blick wert.

Die Verteilung der Rechenzentren ist hierbei sehr gut. Alle wichtigen Standorte sind vertreten und Süd-Amerika ist mit 3 Standorten gut besetzt.

Standorte von CDN77. Bild: CDN77
Standorte von CDN77. Bild: CDN77

CloudFlare

CloudFlare ist eigentlich kein klassisches CDN und etwas fehl am Platz in dieser CDN-Liste. Wenn du jedoch auf der Suche nach einem CDN bist, lohnt sich dennoch ein Blick auf CloudFlare.

CloudFlare ist ein ganzes Sicherheitssystem für deine Webseite. So werden auch Hackerangriffe wie DDOS-Angriffe gefiltert und deine Webseite ist immer erreichbar. Und einer der inkludierten Dienste ist eben auch ein CDN. Wobei dieses etwas anders funktioniert als Amazon Cloudfront oder KeyCDN.

Standorte von CloudFlare. Bild: CloudFlare
Standorte von CloudFlare. Bild: CloudFlare

Extra Tipp

Meist wird für ein CDN System eine Subdomain wie cdn.example.com verwendet. Die tatsächliche Webseite liegt dann regulär auf www.example.com. Der Browser des Nutzers sendet dann bei jeder Anfrage an das CDN alle Cookies mit, die domianweit gültig sind. Da das CDN diese Cookies jedoch nicht benötigt, wird hier Bandbreite verschwendet.

Das kann umgangen werden, in dem für das CDN eine eigene Domain gewählt wird, z.B. cdn-example.com.

Bei einem Kunden hat dies in einer Mobile-App 20% Traffic für den Nutzer einsparen können. Das lag daran, das sehr viele Informationen in Cookies gespeichert wurden und diese daher immer mit an das CDN gesendet wurden.

Fazit

Ein CDN kann Serverlast reduzieren und die Webseiten-Ladezeit beschleunigen. Für kleine Webseiten lohnt sich ein CDN meist trotzdem eher nicht. Aber das ist natürlich jedem selbst überlassen, ab wann sich die Kosten und der Aufwand lohnen.

Spannend sind CDNs aber auf jeden Fall für größere Webseiten mit hundert tausenden Besuchern jeden Monat oder hohen Datenvolumen. Dabei lassen sich Ladezeiten gut optimieren.

Freelancer. Blogger. Affiliate. Und auf Weltreise.

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